| diaita - Aachen, den 26.08.04:
Es ist fünf vor zwölf – der Zeitpunkt ist längst gekommen, an
dem in Deutschlands Köpfen etwas geschehen muss, denn das tödliche
Quartett mit Bluthochdruck, bauchbetontem Übergewicht, erhöhtem
Blutzuckerspiegel sowie erhöhten Blutfettwerten ist auf dem
Vormarsch – und kostet tausenden Menschen das Leben, warnt heute
Sven-David Müller, Sprecher der Gesellschaft für Ernährungsmedizin
und Diätetik in Bad Aachen.
Die Zivilisationskrankheiten des Herz-Kreislauf-Systems, Diabetes
mellitus Typ 2, Fettstoffwechselstörungen, Übergewicht und
Adipositas sind Symptome des metabolischen Syndroms, das Ernährungsexperten
als Geißel des 20. Jahrhunderts bezeichnen.
Leuchtendes Beispiel hierfür ist die Todesursache Nr. 1 in
Deutschland: An keiner anderen Krankheit sterben hierzulande so
viele Menschen wie an den Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems,
beispielsweise der Arteriosklerose und in der Folge an
Herzinfarkten oder Schlaganfällen. In Deutschland versterben 64,4
Prozent der Menschen aufgrund fehlernährungsbedingter
Krankheiten. Weiterhin belastet keine andere Krankheit das
Gesundheitssystem finanziell so enorm, so Müller.
Professor. Dr. Rudolf Schmitz, Präsident der Gesellschaft für
Ernährungsmedizin und Diätetik, schätzt die fehlernährungsbedingten
Krankheitskosten auf mindestens 75 Millionen Euro im Jahr. Dabei
sind Herz-Kreislauf-Krankheiten, Diabetes mellitus Typ 2 oder
Bluthochdruck bei den meisten Betroffenen weder organisch noch
genetisch bedingt – es hapert an Wissen über einen gesundheitsförderlichen
Lebensstil, der eine gesunde Ernährungsweise, reichlich Bewegung
und Entspannung im hektischen Alltagsleben beinhaltet, meint Müller.
Wir schätzen, dass ein Drittel der im Gesundheitswesen
verursachten Kosten, einschließlich Herz-Kreislauf-Krankheiten
und Diabetes, auf eine ernährungsphysiologisch mangelhafte Ernährung
und damit oftmals auf Übergewicht zurückzuführen ist und somit
durch sinnvolle Präventionsprogramme einzudämmen wären, so Müller.
Erkrankt ist nicht der Einzelne, sondern die gesamte
Industriegesellschaft: In Deutschland sind 60 Prozent übergewichtig,
jeder Fünfte ist sogar adipös (fettsüchtig).
Immer größere King-Size-Portionen für immer weniger Geld locken
die Menschen in die Fast-Food-Restaurants statt in die eigenen Küchen,
immer neue Multimedia-Angebote vor den Bildschirm und nicht auf
die Sportplätze, meint Müller. Zahlreiche Gesellschaften und
Organisationen, wie auch die Gesellschaft für Ernährungsmedizin
und Diätetik, kämpfen seit Jahren für umfassende Präventionsmaßnahmen,
die bestenfalls schon im Kindesalter beginnen. Meist verhallen
Anregungen jedoch ungehört – es ist eben kein Geld da, der
Staat finanziert scheinbar lieber die Heilung von Krankheiten
anstatt ihre Vermeidung.
geschrieben von Gesellschaft
für Ernährungsmedizin am 26.08.04
Gesunde Ernährung ist
möglich !
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